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Veröffentlicht am 21.05.2015 von Harry Pfliegl

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Kraftwerk: die Elektro-Pioniere

Florian Schneider und Ralf Hütter 1970 die Band Kraftwerk gründeten, ahnten sie wohl nicht in ihren kühnsten Träumen, dass sie eine Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte begannen. Denn heute kennen die Fans Kraftwerk vor allem als Pioniere des Elektropop, aber auch als wichtige Impulsgeber für Künstler wie Depeche Mode, Duran Duran oder David Bowie. Ein großer Einfluss wird Kraftwerk zudem für die US-amerikanische Technoszene zugeschrieben.

So hat alles begonnen

Hütter und Schneider hatten schon 1968 die Band Organisation gegründet, mit dieser aber nur eine Platte veröffentlicht. Nachdem die Bandgründer zwei Jahre später ihr Kling-Klang-Studio eingerichtet hatten, starteten sie mit dem gemeinsamen Projekt Kraftwerk. Das gleichnamige Debütalbum erschien im November 1970 und erreichte in den Charts Platz 30. Stilistisch unterscheidet sich dieses Album von weiteren Kraftwerk-Werken dadurch, dass es einen eher geräuschhaften Charakter hat. Diesen Stil behielt Kraftwerk bis ins Jahr 1973 bei.

Das Zeitalter des Elektropop beginnt

1973 entschlossen sich Ralf Hütter und Florian Schneider dazu, nicht mehr experimentell und akustisch zu arbeiten, sondern die Musik ausschließlich elektronisch zu produzieren. Dabei kam im November 1974 das Album Autobahn heraus, welches erstmals zahlreiche typische Elemente des Kraftwerk-Sounds, etwa den Sprechgesang enthielt. Weil Autobahn zu einem weltweiten Erfolg wurde, gründete Kraftwerk nun das eigene Kling-Klang Label.

Dass Kraftwerk mit ihrem Stil andere Bands beeinflusste, wurde mit dem sechsten Album, Trans Europa Express offensichtlich. Dieses Album wurde in New Yorks Ghettos äußerst populär und beeinflusste die ersten Hip-Hop-DJs maßgeblich. Den Einfluss auf die Musikindustrie sowie andere Musikstile festigte Kraftwerk schließlich 1978 mit dem Album Die Mensch-Maschine, auf dem die Hitsingle Das Model veröffentlicht wurde.

Die 1980er und 1990er Jahre

Als Bands wie Ultravox und Depeche Mode an den Stil der Mensch-Maschine anknüpften, hatte Kraftwerk schon den nächsten Quantensprung vollzogen und mit dem 1981er Album Computerwelt einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung hin zu Techno und Elektro gelegt.

Schon Anfang der 1990er begann Kraftwerk damit, das gesamte Klangarchiv zu digitalisieren. Eine Mischung aus neuen Songs und neu gemischten Klassikern in neuer Technik erschien 1991 mit dem Album The Mix. Während der 1990er Jahre ging Kraftwerk auf eine ausgedehnte Tourneereise, der sie unter anderem zum Sonar- und dem Roskilde-Festival führte.

Entpersonalisierung als Image

Im Lauf der Zeit entwickelte Kraftwerk ein besonderes Image, durch welches sich die Formation von anderen Elektro-Bands abhebt. So pflegt Kraftwerk keinen Starkult der einzelnen Musiker, sondern arbeiten zum Wohle der Gruppe nach dem Prinzip einer Maschine. Als wichtigstes Markenzeichen gilt die Entpersonalisierung der Bandmitglieder, die in mehr als vier Jahrzehnten mehrfach gewechselt haben.

Foto: von Zürichopenair (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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